Mittwoch, 18. März 2015

Testrezension - Lignum

Testrezension: Lignum


Der Titel Lignum, lateinisch für Holz, kann nicht treffender für dieses Spiel gewählt sein. Bei diesem Vielspielerspiel geht es nämlich nur um eines: Holz...
Bäume müssen gefällt, zum Holzhof transportiert, sowie zersägt und verkauft werden.  Hört sich leicht an, ist es aber nicht. Zu Anfang steht nur ein sehr geringes Startkapital zur Verfügung, mit dem Holzfäller, Träger, und Säge-Arbeiter bezahlt werden wollen. Auch auf ausreichend Ausrüstung und Nahrung ist zu schauen. Zudem gibt es da auch noch die Konkurrenz, welche einem die besten Fällgebiete vor der Nase wegschnappen will...
Vorrausschauendes Planen ist bei Lignum Pflicht und mindestens ein alternativer Plan sollte immer in Reserve sein.
Lignum hat es 2009/2010 bei einem Autorenwettbewerb von Spielmaterial.de bzw. Mücke Spiele bis in die Endrunde geschafft. In der Zwischenzeit wurde das Spiel nun weiterentwickelt und wird jetzt mittels Crowdfunding-Projekt bei der Spieleschmiede (Spiele-Offensive) veröffentlicht.

INFO: Diese Rezension basiert auf das Spielen der Testversion (Prototyp) von Lignum. Es kann also eventuell noch zu Änderungen am Spiel kommen. Wenn die Finanzierung von Lignum klappt (zu diesem Zeitpunkt schon sicher), wird eine vollständige und somit ausführlichere Rezension der endgültigen Version des Spiels folgen.

INFO ÜBERSICHT

  • Anzahle der Spieler: 2 - 4
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Spieldauer: ca. 30 min pro Spieler (z.B. 3 Spieler = ca. 90 min)
  • Beschreibung: Deutsch
  • Verlag: Mücke Spiele (in Kooperation mit der Spieleschmiede)
  • Erscheinungsjahr: voraussichtlich 2015
  • Autor: Alexander Huemer
  • Auszeichnungen: ---


Das Spielmaterial von Lignum


Es handelt sich hier um eine Übersicht des Spielmaterials des Testspiels (Prototypen).

INHALT DES SPIELS

  • 1 Spielplan
  • 4 Spieler Tableaus
  • 39 Spielfiguren aus Holz
    • 4 Forstarbeiter, 4 Holzhofarbeiter, 16 Holzfäller, 10 Träger und 5 Sägearbeiter
  • 6 Anzeigesteine aus Holz
    • 4 Zugreihenfolge-Steine, 1 Ablaufanzeiger und 1 Jahreszeitenanzeiger
  • 178 Rohstoffe aus Holz
    • 28 Brennholz-Scheiben und 45 "zersägtes Brennholz"-Stäbchen
    • 12 Nutzholz-Scheiben und 25 "zersägtes Nutzholz"-Stäbchen
    • 10 Bauholz-Scheiben und 10 "zersägtes Bauholz"-Stäbchen
    • 40 Nahrungsvorräte-Würfel und 8 Weizensteine
  • 25 Karten
    • 2 Winterkarten, 4 Hiebsortkarten, 15 Markierungskarten und 4 Schuldscheine
  • 77 Anschaffungsplättchen
    • 18 Sägen, 10 Fuhrwerke, 12 Floße, 6 Schlitten, 2 Nahrungsvorräte und 1 Taler
    • 18 Handwerksplättchen
      • 4 Bretter, 4 Schindeln, 4 Pflöcke, 4 Wied und 2 Joker
    • 2 X-Marker und 8 Mengenanzeiger
  • 24 Fällgebietsplättchen (6 je Farbe)
  • 75 Taler
    • 10x 10 Taler, 18x 5 Taler, 24x 2 Taler und 23x 1 Taler
  • Erweiterungen (für Fortgeschrittenen- und Expertenspiel)
    • 10 Auftragskarten
    • 10 "geplante Tätigkeiten"-Karten
    • 24 "geplante Tätigkeiten"-Plättchen
  • 1 Spielanleitung in Deutsch
    • 1 Aufbau und Materialliste, 1 Spielanleitung und 1 Sonderanleitung


Lignum - Das Spiel


Lignum kann in drei Schwierigkeitsstufen/Varianten gespielt werden:
  1. Grundspiel
  2. Fortgeschrittenenspiel (Aufträge)
  3. Expertenspiel (Aufträge + geplante Tätigkeiten)
Zusätzlich gibt es auch eine Taktische Variante, welche den Glücksfaktor bei der Fällgebietsauswahl eliminiert. Diese Variante kann mit allen drei Schwierigkeitsstufen kombiniert werden.

Nachfolgend wird als erstes das Grundspiel erklärt. Danach folgen die Zusatzerklärungen für das Fortgeschrittenen Spiel und das Expertenspiel. Den Abschluss bildet dann die Erklärung der Taktischen Variante.

Bevor ich nun mit dem Spiel beginne noch eine Sache: Um den Rahmen dieser Testrezension nicht zu sprengen, werde ich das Spiel nicht im Detail erklären, sondern nur in gröberen Zügen. Die Feinheiten können in der Anleitung nachgelesen werden (Links dazu siehe weiter unten).

DIE SPIELVORBEREITUNG

Der Spielplan wird aufgebaut und alle benötigten Materialen, Anschaffungsplättchen sowie Karten laut Anleitung daneben bereitgelegt. Jeder Spieler erhält nun in seiner Farbe ein Spieler-Tableau "Holzhof", eine Hiebsortkarte, sechs Fällgebietsplättchen, einen Holzhofarbeiter, einen Forstarbeiter und einen Zugreihenfolge-Stein. Zusätzlich bekommt jeder noch vier Taler Startkapital.
Jetzt werden, abhängig von der Spieleranzahl, je 3 Brennholz auf zwei, drei oder vier beliebige Fällgebiete gelegt. Auf die restlichen Fällgebiete kommen je 2 Brennholz. Danach legt jeder Spieler eines seiner Fällgebietsplättchen auf ein Fällgebiet mit 3 Brennholz.

Der Spieler, der zuletzt im Wald war beginnt. Er platziert seinen Zugreihenfolge-Stein auf das erste Feld der Startspielerleiste am Spielplan. Die restlichen Spieler folgen im Uhrzeigersinn. Dann werden noch die Forstarbeiter auf das Feld 0 des Versorgungswegs gestellt. Jetzt kann das Spiel starten...

DAS SPIEL

Spielbeginn Grundspiel - Beispielaufbau bei zwei Spielern
Das Ziel des Spieles ist es, am Ende das meiste Geld erwirtschaftet zu haben; ausgehend von einem Startkapital von 4 Talern. Das Spiel selbst geht über zwei Jahre, wobei jede Jahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst und Winter) einer Spielrunde entspricht. Somit ist das Spiel nach der achten Spielrunde beendet und der Sieger steht fest.
Der Ablauf des Spiels ist im Frühling, Sommer und Herbst gleich, unterscheidet sich aber im Winter.

Frühling/Sommer/Herbst
  1. Versorgungsweg bestücken
  2. Holz zum Fällen markieren / Nahrungsgebiete ausforschen
  3. Auswahl des Fällgebiets
  4. Versorgungsweg abhandeln
  5. Forstarbeit
    • Fällen, Flößen, Transport, Sägen, Verkauf und Trocknung
  6. Spielerreihenfolge bestimmen
Werfen wir nun einen genaueren Blick auf den Ablauf der Monate Frühling, Sommer und Herbst.

-- Versorgungsweg bestücken
Die 20 Felder des Versorgungswegs werden laut Anleitung und Spieleranzahl mit Arbeitern (Holzfäller, Träger, Sägearbeiter), Futter sowie verschiedenen Anschaffungen bestückt.

-- Holz zum Fällen markieren / Nahrungsgebiete ausforschen (ab 1. Sommer)
Je nach Spieleranzahl werden eine, zwei oder drei Markierungskarten vom Stapel gezogen und die angegebenen Hölzer und Nahrungsvorräte auf die entsprechenden Fällgebiete verteilt.

-- Auswahl des Fällgebiets (ab 1. Sommer)
Jetzt müssen sich die Spieler für eines der sechs Fällgebiete entscheiden. Dazu legen sie das zum gewünschten Fällgebiet gehörenden Fällgebietsplättchen verdeckt vor sich ab. Haben alle Spieler gewählt, werden die Plättchen aufgedeckt und auf den entsprechenden Fällgebieten platziert. Jeder Spieler, der alleine ein Fällgebiet hat, nimmt sich nun sofort die gesamte Nahrung von dort. Sind in einem Fällgebiet mehrerer Spieler vertreten, so wird die Nahrung gerecht aufgeteilt.

-- Versorgungsweg abhandeln
Beginnend mit dem Startspieler geht es für die Spieler nun auf den Forstweg, welcher um die Fällgebiete verläuft. Den Spielern steht es dabei frei, auf welche Felder sie ziehen und welche sie auslassen. Entlang des Weges können die Spieler nun Arbeiter (Träger, Holzfäller, Sägearbeiter) und Futter kaufen, sowie verschiedene Anschaffungen kostenfrei einsammeln. Zusätzlich gibt es einen Markt zum Ein- und Verkaufen einiger Gegenstände. Arbeiter, Futter und Anschaffungen kommen sofort auf die betreffenden Felder des eigenen Spieler-Tableaus.
Jeder Spieler, der am Ende des Weges ankommt, stellt seinen Forstarbeiter auf die Waldlichtung, beginnend bei A. Diese Reihenfolge bestimmt dann die Reihenfolge bei der Forstarbeit (Punkt 5). Gleichzeitig bestimmt die Umkehrung dieser Reihenfolge die neue Startreihenfolge der nächsten Spielrunde.

-- Forstarbeit
Nun werden die Forstarbeiten, laut den Spielablauffeldern am Spielplan (Frühling/Sommer/Herbst), durchgeführt.
  • Fällen: Für jeden Holzfäller, den ein Spieler auf sein Fällgebiet stellt, kann er ein beliebiges Holz von dort auf seinen Hiebsort legen. Falls zwei oder mehr Spieler auf einem Fällgebiet gesetzt haben, beginnt der bestplatzierteste Spieler der Waldlichtung. Der nachfolgende Spieler kann sich nun mit den verbliebenen Hölzern zufrieden geben und seine Holzfäller einsetzen oder bezahlt einen Taler und wechselt auf ein freies Fällgebiete um dort zu fällen.
  • Flößen - Holzentnahme (frühestens im 1. Sommer möglich): Holz, das in der vorherigen Runde mit der Transportart "Flößen" transportiert wurde, kann nun entnommen werden und muss sofort am Holzhof aufgeteilt werden (Sägeholz-Vorrat und/oder Verkauf). Ein späteres umlegen ist nicht erlaubt..
  • Transport: Hier kann das Holz mittels Träger, Fuhrwerke und/oder Flöße vom Hiebsort zum Holzhof transportiert werden. Je nach Transportart, müssen Träger, Futter und Anschaffungen vorhanden sein. Nach dem Transport mittels Träger oder Fuhrwerk muss das Holz sofort am Holzhof aufgeteilt werden (Sägeholz-Vorrat und/oder Verkauf). Ein späteres umlegen ist nicht erlaubt.
  • Sägen: Nun kann das Holz vom Sägeholz-Vorrat gesägt werden. Um ein Holz zu zersägen, muss ein Sägearbeiter und ein Anschaffungsplättchen "Säge" eingesetzt werden. Je nach Art des Holzes erhält der Spieler eine gewisse Anzahl zersägtes Holz, welches mehr Geld einbringt. Das zersägte Holz muss sofort aufgeteilt werden (Brennholz-Vorrat und/oder Verkauf). Ein späteres umlegen ist nicht erlaubt.
  • Verkauf: Jetzt können beliebig viele Hölzer vom Verkaufsfeld oder den Trocknungsfeldern verkauft werden. Der Wert richtet sich nach Holzart und Verarbeitung (zersägtes Holz, getrocknetes Holz).
  • Trocknung: Abschließend kann nicht verkauftes Holz getrocknet werden, um den Wert zu steigern. Dazu werden diese Hölzer um einen Trocknungsplatz weitergeschoben.

Nun ist die Forstarbeit beendet und wir kommen zum letzten Punkt einer Spielrunde.

-- Spielreihenfolg bestimmen
Wie unter "Versorgungsweg abhandeln" schon erwähnt, wird die Reihenfolge auf der Waldlichtung umgekehrt und ergibt so die Startreihenfolge der nächsten Spielrunde. Die Zugreihenfolge-Steine werden entsprechend umgelegt.


Winter
  1. Winterbonus nehmen
  2. Forstarbeit + Ernährung und Heizen
    • Fällen, Transport, Sägen, sowie Wintervorrat Nahrung und Brennholz
Die zwei Winterrunden sind spezielle Runden, welche anders als die restlichen Spielrunden (Frühling/Sommer/Herbst) ablaufen. Da im Winter der Forstweg nicht zur Verfügung steht, können keine Arbeiter und Gegenstände gekauft und keine Anschaffungen eingesammelt werden. Für Arbeiten steht nur der eigenen Holzhofarbeiter zur Verfügung (Ausnahme: siehe Hütte "Unterkunft") und benötigte Anschaffungen (z.B. für Transport oder Sägearbeiten) müssen schon in den vorhergehenden Spielrunden beiseitegelegt werden.

Auch die benötigten Wintervorräte - Nahrung und Brennholz - müssen bereits vorhanden sein, wobei das Brennholz unter Umständen noch  im Winter aufgestockt werden kann.

-- Winter-Bonus
Als erstes erhalten alle Spieler ein beliebiges Holz als Winterbonus, welches sie auf ihren Hiebsort legen.

-- Forstarbeiten + Ernährung und Heizen
Nun werden die "verkürzten" Forstarbeiten, laut den Spielablauffeldern (Winter) am Spielplan, durchgeführt. Da wie gesagt nur der eigenen Holzhofarbeiter zur Verfügung steht, kann nur eine der folgenden Arbeiten durchgeführt werden (Ausnahme: siehe Hütte "Unterkunft").
  • Fällen: Der Spieler setzt den Holzhofarbeiter ein und erhält zwei Brennholz vom Vorrat auf seinen Hiebsort.
  • Transport: Der Spieler setzt den Holzhofarbeiter und einen Schlitten ein, um Holz vom Hiebsort zum Holzhof zu transportieren. Nach dem Transport muss das Holz sofort am Holzhof aufgeteilt werden (Sägeholz-Vorrat und/oder Verkauf). Ein späteres umlegen ist nicht erlaubt.
  • Sägen: Der Spieler setzt den Holzhofarbeiter und ein Anschaffungsplättchen "Säge" ein, um ein Holz vom Sägeholz-Vorrat zu zersägen. Das zersägte Holz muss sofort aufgeteilt werden (Brennholz-Vorrat und/oder Verkauf). Ein späteres umlegen ist nicht erlaubt.
  • Ernährung und Heizen: Als letztes müssen die Spieler den laut aktueller Winterkarte notwendigen Nahrungsvorrat und Brennholz-Vorrat abgeben. Sollte ein Spieler zu wenig Nahrung oder Brennholz haben, muss er für jedes fehlende Teil 3 Taler zahlen.

Holzhütten
Sobald ein Spieler die drei Handwerksplättchen "Holzbrett", "Pflock" und "Schindel" eingesammelt hat, kann er drei beliebige Hütten errichten welche er einsetzen kann. Zur Auswahl stehen dabei:
  • Trocknungsplatz: Für jede eingelöste Hütte, kann der Spieler ein Holz bzw. ein zersägtes Holz um ein Trocknungsfeld weiterschieben.
  • Nahrungsvorratskammer: Für jede eingelöste Hütte, kann der Spieler den gesamten Nahrungsvorrat eines freien Fällgebiets einsammeln.
  • Unterkunft: Für jede eingelöste Hütte, erhält der Spieler einen zusätzlich Arbeiter, den er für eine Tätigkeiten (Holzfällen, Transport oder Sägearbeit) einsetzen kann. HINWEIS: Dieser Vorteil kann im Winter genutzt werden, um mehr als eine Tätigkeit auszuführen.

Schuldscheine
Jeder Spieler kann insgesamt zwei Schuldscheine im Wert von jeweils 4 Talern aufnehmen. Die Scheine müssen am Ende des Spiels zurückgezahlt werden, zuzüglich fetter Zinsen.


DAS SPIELENDE

Nach dem zweiten Winter ist das Spiel zu Ende und es folgt der abschließende Schlussverkauf. Dabei werden alle Hölzer, welche sich noch auf dem Verkaufsfeld oder den Trocknungsfeldern befinden, verkauft. Als letztes müssen noch eventuell aufgenommene Schuldscheine zurückbezahlt werden.

Der Spieler, der am besten gewirtschaftet hat, also die meisten Taler hat, gewinnt das Spiel.


DAS FORTGESCHRITTENENSPIEL

Diese Variante erweitert das Grundspiel mit den Auftragskarten. Nachfolgend sind die ergänzenden Vorbereitungen und Regeln kurz beschrieben.

-- Spielvorbereitung
Die Spieler erhalten anfangs fünf Taler und die 10 gemischten Auftragskarten werden als verdeckter Stapel bereitgelegt.

-- Versorgungsweg bestücken
Entsprechend der Spieleranzahl werden zwei, drei oder vier Auftragskarten offen neben den Stapel gelegt bzw. entsprechend aufgefüllt.

-- Versorgungsfeld abhandeln
Zieht ein Spieler auf das entsprechende Feld am Weg, kann er einen der ausliegenden Aufträge erwerben.

-- Forstarbeit
Es wird nun das Feld "Aufträge" bei den Spielablauffeldern (Frühling/Sommer/Herbst sowie 2. Winter) am Spielplan berücksichtigt.
  • Aufträge: Auftragskarten können mit den benötigten Hölzern bestückt werden. Diese Hölzer dürfen nicht mehr umgelegt oder verkauft werden.

Gewertet bzw. ausgezahlt werden erfüllte Aufträge am Spielende.


DAS EXPERTENSPIEL

Diese Variante erweitert das Fortgeschrittenenspiel mit den Karten "geplante Tätigkeiten" (GT). Nachfolgend sind die ergänzenden Vorbereitungen und Regeln kurz beschrieben.

-- Spielvorbereitung
Jeder Spieler erhält seine sechs zugehörigen GT-Plättchen und von den 10 gemischten GT-Karten werden entsprechend der Spieleranzahl vier, fünf oder sechs Karten offen ausgelegt.

-- Versorgungsfeld abhandeln
Zieht ein Spieler auf das entsprechende Feld am Weg, kann er eine der ausliegenden Tätigkeiten für die nächste Runde, die übernächste Runde oder die darauf folgende Runde planen. Insgesamt kann ein Spieler in einer Partie drei "geplante Tätigkeiten" nutzen.


TAKTISCHE VARIANTE

Um den Glücksfaktor bei der Fällgebietsauswahl zu eliminieren, kann die "Taktische Variante" genutzt werden. Dafür werden schon vor der aktuellen Runde, die benötigten Markierungskarten (je nach Spieleranzahl eine, zwei oder drei Karten) für die nächste Spielrunde offen ausgelegt. Somit wissen die Spieler, wie die Fällgebiete für die nächste Spielrunde aussehen werden.

In der nächsten Spielrunde wählen die Spieler nun der Reihe nach ihr Fällgebiet. Die Reihenfolge hängt dabei von den Positionen auf der Waldlichtung ab, welche die Spieler in der letzten Spielrunde hatten. Es handelt sich also um die umgekehrte Reihenfolge der aktuellen Startreihenfolge.


SPIELANLEITUNG

Wer jetzt die vorläufige Spielanleitung zu Lignum lesen möchte, der findet sie als PDF unter folgenden Links:  Lignum Aufbau und Materialliste, Lignum Spielregeln und Lignum Sonderanleitung

AUFGEKOMMENE FRAGEN ZU LIGNUM

Hier möchte ich mich recht herzlich bei Alexander Huemer, dem Autor von Lignum bedanken. Er hat meine Fragen immer schnell, ausführlich und gut verständlich beantwortet. Vielen Dank Alex. :)


Mein Teil über Lignum


VERPACKUNG UND SPIELMATERIAL

Grundsätzlich sage ich bei einem Prototyp noch nichts über das Spielmaterial, da es ja ein Prototyp ist. Jedoch möchte ich bei Lignum anmerken, dass das Spielmaterial zum Teil wirklich Top ist. Damit meine ich vor allem die Spielfiguren, Rohstoffe und Anzeigesteine aus Holz. Ich denke, da braucht sich für die Endversion nicht viel zu ändern. Das Spielbrett, die Tableaus und die Karten sind für einen Prototypen ebenfalls sehr gut. Einzig die verschiedenen doppelseitig geklebten Plättchen aus Papier sind noch richtig "prototypenmäßig" und mussten teilweise nochmals geklebt werden. Jedoch kann in Anbetracht des restlichen Spielmaterials mit Leichtigkeit über das bisschen Arbeit hinweggesehen werden... :D
Es kann also davon ausgegangen werden, dass das Spielmaterial der Endversion von Lignum erste Klasse sein wird.

SPIEL

Auch dieser Prototyp wurde wieder im Kreise meiner Familie getestet.

Kommen wir gleich zum Spiel. Als ich den Prototypen erhalten habe, wusste ich noch nicht genau, was mich erwartet. Als ich dann das Spielmaterial und die Anleitung sah, war mir sofort klar, dass ich für dieses Spiel Zeit brauchen werde.

Als erstes war natürlich die Spielanleitung an der Reihe. Meine anfängliche Befürchtung, dass diese kompliziert sein würde bewahrheitete sich nicht, im Gegenteil... Nach dem ersten Durchlesen war mir der Spielablauf des Grundspiels im Großen und Ganzen klar und es ging gleich an die ersten Spiele (zu zweit). Die Anleitung wurde dabei dennoch mehrmals herangezogen, da wir noch nicht alle Informationen bzw. Regeln verinnerlicht hatten.
Wie schnell der Spielablauf von Lignum beherrscht wird, hängt natürlich von der persönlichen Spielerfahrung jedes einzelnen ab. Daher werden die einen oder anderen - so wie wir - die Anleitung für die ersten Partien wohl in Griffweite behalten. Bei uns wurde das nach den ersten vier bis fünf Spielen hinfällig, da nun alles abgespeichert war. Nun konnten wir uns zu 100% auf unser Spiel konzentrieren.

Was uns dabei schnell klar wurde, war die Tatsache, dass es noch viele Partien und Zeit dauern wird, um wirklich gute Strategien bzw. Taktiken zu finden. Für den Anfang haben wir daher in jeder Partie etwas Neues versucht, um einfach ein Gefühl für das Spiel zu bekommen. Und dabei sind wir eigentlich immer noch...
Bei Lignum gibt es einfach sehr viel zu beachten, zu bedenken und zu entscheiden. Dabei dürfen die einzelnen Abschnitte des Spiel nicht für sich gesehen werden, sondern als großes Ganzes. Daher stellen sich einem in jeder Runde viele Fragen wie zum Beispiel: Welches Fällgebiet ist ideal für mich? Wie viele Träger, Holzfäller und Säge-Arbeiter benötige ich? Welche Anschaffungsplättchen brauche ich jetzt und welche in kommenden Runden? Wie viel und welches Holz zersäge ich und was kommt sofort in den Verkauf? usw. usw. ...
Was auch nie übersehen werden darf, sind die Nahrungsvorräte und das Brennholz für den Winter. Mir ist das zweimal passiert und das ist mir sehr teuer zu stehen gekommen.

Kurz gesagt: Bei Lignum wird über die ganze Spielzeit geplant, verworfen und neu geplant. Da die Konkurrenz nicht schläft und es daher nicht immer so läuft wie gedacht, ist es wichtig, dass immer mindestens ein Ersatzplan vorhanden ist, um keine Zeit, kein Holz und somit Geld zu verlieren.

Als letztes komme ich nun kurz zu den Erweiterungen von Lignum. Eigentlich reicht für mich noch das Grundspiel. Da gibt es für mich noch genügende zu optimieren. Dennoch wollten ich für diese Rezension auch das Fortgeschrittenenspiel und das Expertenspiel ausprobieren. Schlussendlich haben wir das Fortgeschrittenenspiel dreimal und das Expertenspiel einmal angetestet.
Was mich hier etwas verwundert hat war, dass ich mit den "geplanten Tätigkeiten" (Expertenspiel) besser zurechtgekommen bin, als mit den "Aufträgen" (Fortgeschrittenenspiel/Expertenspiel). Irgendwie ist meine "Auftragsplanung" noch nicht wirklich ausgereift. Mit viel Mühe habe ich in jeder Partie des Fortgeschrittenenspiels gerade einmal einen Auftrag erfüllt, wobei in Sachen Taler-Vermögen schlussendlich kein merklicher Unterschied gegenüber dem Grundspiel vorhanden war.
Im Gegensatz dazu, konnte ich die "geplanten Tätigkeiten" gut einsetzen und schlussendlich einen guten Zuwachs bei meinem Taler-Vermögen gegenüber dem Grundspiel erzielen.

Abschließend kann ich sagen, dass Lignum mich auf alle Fälle überzeugt hat und ich mich schon auf die Endversion des Spiels freue. Es macht mir einfach Spaß, im vorhinaus zu planen, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und meine Spielzüge zu optimieren.
Zudem finde ich die drei Spielstufen toll. Das Grundspiel ermöglicht einen "leichten" Einstieg in das Spiel. Ist das Spiel dann soweit gemeistert, kann mit dem Fortgeschrittenenspiel die Schwierigkeit gesteigert werden. Für Vielspieler und Leute, für die das Fortgeschrittenenspiel zu "leicht" geworden ist, gibt es dann mit dem Expertenspiel noch die herausforderndste Variante des Spiels.


PS: Folgendes wollte ich der Vollständigkeit wegen noch erwähnen: Da Lignum mit einer großen Menge an Spielmaterial gespielt wird, ist auch die Aufbauzeit dementsprechend lang.

KURZES FAZIT:

Die doch lange Beschreibung kann auf den ersten Blick abschreckend wirken, jedoch wird Lignum darin sehr gut und ausführlich erklärt. Das Spiel selbst bietet viele Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Herauszufinden, welche davon gewinnbringender sind und welche weniger macht für mich den Spielspaß aus. Es ist einfach der Drang da, seine Züge, seine Strategie zu optimieren und so seinen Ertrag zu steigern.

Was bei Lignum sehr gut gelöst wurde, sind die drei Varianten bzw. Schwierigkeitsstufen. Das Grundspiel für den "leichten" Einstieg, das Fortgeschrittenenspiel als Steigerung und das Expertenspiel als herausforderndste Variante.
Meiner Meinung nach ist Lignum gerade wegen dieser drei Schwierigkeitsstufen ein idealer Einstieg in die "Vielspieler-Welt".

Wer so wie ich gerne plant und wirtschaftet, dem kann ich Lignum nur empfehlen. Wem wirtschaftliches Denken nicht liegt und wer nicht gerne Züge im Vorhinein durchdenkt und -plant, der sollte hingegen die Finger davon lassen.


Zweispielermodus Lignum

Info: Da ich Spiele oft zu zweit spiele, gibt es bei meinen Rezensionen die Zweispielerbewertung. Je nachdem wie gut das Spiel zu zweit spielbar ist, gibt es folgende Bewertung: spielbar, gut spielbar, sehr gut spielbar.

Lignum ist ein Spiel, das in allen Besetzungen Spaß macht, also auch zu zweit. Wie beim Spielen mit drei Personen gibt es auch für zwei Spieler leichte Änderungen gegenüber dem Spiel zu viert (weniger Arbeiter, etc.). Diese sorgen aber nur dafür, dass das Spiel in jeder Besetzung spannend bleibt.

Was jedoch auffällt, ist die Tatsache, dass das Spiel zu zweit "leichter" ist, als mit drei oder gar vier Spielern. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass weniger Konkurrenz vorhanden ist und dadurch besser und sicherer geplant werden kann.
Zum Beispiel ist die Chance geringer, im selben Fällgebiet zu landen. Dagegen ist die Chance, ein gewünschtes Anschaffungsplättchen auf dem Forstweg zu erwischen, wiederum größer. Auch fallen Ausführungs- oder Planungsfehler nicht ganz so schwer ins Gewicht.

Hier möchte ich auch noch einen Tipp des Autors Alexander Huemer wiedergeben: Lignum sollte am besten im Spiel zu zweit erlernt werden. Denn vor allem beim 4-Personen-Spiel sollten alle Spieler das Spiel schon gut kennen.

Zum Abschluss also bleibt mir nur zu sagen, Daumen hoch für Lignum zu zweit.

Bewertung Zweispielermodus: >> sehr gut spielbar <<



Zum Abschluss bedanke ich mich recht herzlich bei Alexander Huemer, Mücke Spiele und Happyshops (Spiele-Offensive / Spieleschmiede) für das Testexemplar von Lignum.

Bis zum nächsten Mal...

Alle Bilder OHNE KENNZEICHNUNG in diesem Artikel mit freundlicher Genehmigung von Happyshops (Spiele-Offensive / Spieleschmiede)
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Kommentare:

  1. Schöne Rezesion.
    Bin am überlegen ob ich noch mit "schmiede". Das ganze hört sich sehr gut durchdacht an und auch das Material schaut schon sehr gut aus.
    Wie schätzt du die Komplexität von Lignum z.B. im Vergleich zu einem "Caverna" ein? Auf meinen ersten Blick würde ich sagen ist es ein bischen weniger Komplex. Was ich persönlich aber nicht schlimm finden würde ;-)

    Grrüß
    Thomas

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    1. Hallo Thomas, vielen Dank! :)

      Vorweg muss ich gleich einmal gestehen, dass meine Erfahrungen im Vielspieler-Bereich noch recht "eingeschränkt" sind (was sich nun sicher langsam ändern wird)... von daher kann ich also keine großen Vergleiche anstellen...
      Caverna kenne ich, da ich es vor einiger Zeit bei Bekannten gespielt habe. Es ist zwar schon etwas her, aber wenn ich beide Spiele so im Geiste vergleiche, finde ich Caverna etwas komplexer... wobei für mich ein direkter Vergleich beider Spiele doch schwer fällt... Es kommt auch darauf an, welche Variante man bei Lignum spielt.
      Also wie gesagt, ich kann das echt schwer einschätzen, aber wenn es dich nicht stört, wenn Lignum etwas weniger komplex als Caverna sein sollte, ist es sicher eine Überlegung für dich Wert.

      Falls du bei Lignum "mitschmiedest", könntest du mit ja nach deinen ersten Partien mitteilen, wie du Lignum im Vergleich findest... würde mich echt interessieren.

      Ach ja, danke das du mich wieder auf Caverna gebracht hast, das will ich mir nämlich auch noch zulegen.

      Grüße
      Günther

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