Montag, 25. Mai 2015

Testrezension - Epoch - Early Inventors

Testrezension: Epoch - Early Inventors


Zurück in die ... Bronzezeit.

Epoch - Early Inventors, das neue Spiel von Martyn F bringt die Spieler zurück in diese längst vergangene Epoche der Menschheit. Schluss mit Bequemlichkeit und her mit dem Abenteuer. Als Klan-Führer sorgst du für Nahrung und Rohstoffe, entdeckst unbekannte Gebiete und erfindest und entwickelst neue Errungenschaften wie Werkzeuge und hilfreiche Fähigkeiten. Je mehr du entdeckst, erfindest und entwickelst, desto höher ist dein Status. Doch vergiss auf keinen Fall die Götter. Bringe ihnen Opfer dar, und werde eine Legende deines Klans und dieser Epoche.

Um Epoch - Early Inventors so authentisch wie möglich zu gestalten, hat Martyn F sogar die Unterstützung einer Gruppe von Archäologen der Universität Leiden.

Meine Freundin und Ich sind seit Ende 2014 bzw. Anfang 2015 als Tester bei Epoch - Early Inventors involviert. Wir haben nun schon viele Partien hinter uns und konnten auch das eine oder andere zur Entwicklung beitragen. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich also schon sagen, dass Epoch ein ausgeglichenes und spannendes Spiel geworden ist.
Seit letzter Woche kann Epoch - Early Inventors bei Kickstarter gefördert werden. Wenn alles gut läuft, wird es zusätzlich auch bei der Spieleschmiede ein entsprechendes Crowdfunding-Projekt geben.

INFO: Diese Rezension basiert auf das Spielen von Testversionen (Prototypen) von Epoch - Early Inventors. Es kann also eventuell noch zu Änderungen am Spiel kommen. Wenn die Finanzierung von Epoch - Early Inventors klappt, wird eine vollständige und somit ausführlichere Rezension der endgültigen Version des Spiels folgen.

INFO ÜBERSICHT

  • Anzahle der Spieler: 2 - 4
  • Alter: ab 12 Jahren
  • Spieldauer: ca. 45 min pro Spieler (z.B. 3 Spieler = ca. 135 min)
  • Beschreibung: Englisch (Deutsch folgt)
  • Verlag: Emma Games (Finanzierung über Kickstarter)
  • Erscheinungsjahr: voraussichtlich 2015
  • Autor: Martyn F
  • Auszeichnungen: ---


Das Spielmaterial von Epoch - Early Inventors


Es handelt sich hier um eine Übersicht des Spielmaterials des Testspiels (Prototyp). Bis zur Endversion des Spiels kann sich daher noch das eine oder andere ändern.

INHALT DES SPIELS

  • 44 sechsseitige Landschaftsfelder
    • 2 Siedlungsfelder - Start (S)
    • 12 Landschaftsfelder - Start (S)
    • 30 Landschaftsfelder
  • 5 Heilige Orte
    • + 5 Heilige Orte - Erweiterungen
  • 4 Spielertableaus
  • 4 Camps aus Holz (1 je Farbe)
  • 48 Hütten aus Holz (12 je Farbe)
  • 16 Opfer-Marker (4 je Farbe)
  • 7 Würfel aus Holz 
  • 1 Zug-Marker
  • 64 Nahrungs-Marker aus Holz
  • 32 Status-Marker mit Wert 1
  • 8 Status-Marker mit Wert 5
  • 210 Ressourcen-Marker
    • Lehm, Stein, Feuerstein, Erz, Holz, Flax, Wild, Fell, Geweih, Sehne, Leder, Seil und Bronze
  • 2 Rohstoff-Übersichtstafeln
  • 2 Spielzug-Übersichtstafeln
  • 2 Übersichtsheftchen in Englisch
  • 1 Wertungs-Übersicht in Englisch
  • 1 Spielaufbau-Übersicht in Englisch
  • 1 Appendix in Englisch
    • (Hilfreiche Erklärungen zu Markern, Symbolen, Landschaftsfeldern und Heiligen Orten)
  • 1 Spielanleitung in Englisch
  • Erweiterung
    • 28 sechsseitige Landschaftsfelder
INFO: Ob es die Erweiterung geben wird, ist aktuell noch nicht fix. Sollte sie erscheinen, dann wahrscheinlich nicht mit allen Landschaftskarten.


Epoch - Early Inventors: Das Spiel


Meiner Testrezension von Epoch - Early Inventors liegt die neue und aktuelle Version des Spiels zugrunde, da diese wohl die Endversion sein wird.

"Alte" Version: Bis circa Mitte April haben wir Epoch mit einer festgelegten Anzahl an Runden gespielt/getestet, welche auf die drei Zeitabschnitte Mesolithikum, Neolithikum und Bronzezeit aufgeteilt waren. Die Rundenanzahl war dabei abhängig von der Anzahl der Spieler. Um die Runden zu zählen, gab es für jede Spieleranzahl eine eigene Zeittafel sowie einen Zeit-Marker. Das Spiel endete mit der letzten Runde.

"Neue" und aktuelle Version: Gegen Mitte April hat uns Martyn eine Alternative zu diesem Rundensystem zum Testen gegeben. In dieser neuen Version wird das Spielende dann eingeleitet, wenn am Ende einer Runde alle Landschaftsfelder aufgedeckt sind. Ist das der Fall, endet das Spiel nach drei weiteren Runden. Es handelt sich also um ein variables Ende, welches vom Spielverlauf bzw. den Spielern abhängt.


Bevor es mit der Spielvorbereitung losgeht, noch einige grundlegende Erläuterungen zu einigen  Spielelementen:


Die Landschaftsfelder
Die Landschaftsfelder sind in fünf Landschaftstypen unterteilt: Grass, Sumpf, Wald, Berg, Sand und Wasser. Zusätzlich steht jedes Feld für eine Errungenschaft (diverse Werkzeug, Fähigkeiten, etc.). Die Vorderseite eines Landschaftfeldes zeigt dabei den jeweiligen Landschaftstyp, den Namen der Errungenschaft (z.B. Axt, Gerben, etc.), die Kosten für deren Entwicklung sowie deren Nutzen. Ebenfalls zeigt sie die Statuspunkte, welche die Entwicklung der Errungenschaft für die Endwertung bringt. Die Rückseite zeigt dagegen nur den Landschaftstyp. Zu Spielbeginn liegen fast alle Landschaftsfelder verdeckt - mit der Rückseite nach oben. Im Laufe des Spiels werden diese Felder "entdeckt" und somit aufgedeckt.


Die Heiligen Orte
Die Heiligen Orte sind spezielle Landschaftsfelder, welche in mehrere Segmente unterteilt sind, die für je ein Opfer stehen. Neben den zu opfernden Ressourcen werden auch die Statuspunkte angezeigt, welche ein Opfer für die Endwertung bringt. Die Heiligen Orte sind von Anfang an aufgedeckt, müssen aber ebenfalls erst "entdeckt" werden. Es gibt immer nur vier Heilig Orte im Spiel.

Das Spielertableau
Das Spielertableau ist quasi der Rucksack des Spielers. Es bietet Platz für 16 Stück Nahrung und 7 Ressourcen.


Die Ressourcen
Es gibt insgesamt 13 Ressourcen. Diese unterteilen sich in sechs Rohstoffe (Lehm, Stein, Feuerstein, Erz, Holz und Flax) und sechs verarbeitete Materialien (Fell, Geweih, Sehnen, Leder, Seil und Bronze). Die 13. Ressource (Wild) wird keinem der beiden angerechnet.


Die Würfel
Die Würfel bei Epoch liefern als Ergebnis nur eine 0, eine 1 oder eine 2. Zum Einsatz kommen sie bei der Ermittlung von Arbeitskraft und Nahrung.

HINWEIS: Um den Rahmen dieser Testrezension nicht ganz zu sprengen, werde ich das Spiel nicht bis ins letzte Detail erklären, sondern nur in gröberen Zügen, sodass der grundlegende Spielablauf ersichtlich ist.

Startaufbau für zwei Spieler

DIE SPIELVORBEREITUNG

Als erstes wird das Spielfeld aus Landschaftsfelder und Heiligen Orten aufgebaut. Die Ressourcen-Marker, Nahrungs-Marker, Status-Marker und Würfel werden daneben platziert. Nun erhält jeder Spieler ein Spielertableau, einen Startvorrat aus Nahrung und einigen Ressourcen, sowie die ersten Statuspunkte. Ebenso erhalten alle Spieler ein Camp (Spielfigur) und die dazugehörigen Hütten. Zum Abschluss werden noch die Übersichtsheftchen, die Rohstoff- und Spielzug-Übersichtstafeln, und die Wertungs-Übersicht bereitgelegt.

Der Spieler, dessen Gene jenen unserer Vorgänger aus der Steinzeit am nächsten sind, ist der Startspieler. Dieser startet nun mit seinem Camp auf einem der Siedlungsfeld, oder auf einem schon aufgedeckten Landschaftsfeld. Nach Beendigung seines Zugs folgen die restlichen Spieler im Uhrzeigersinn. Diese starten ebenfalls auf einem der Siedlungsfelder, oder auf einem schon aufgedeckten Landschaftsfeld, wobei sich kein anderes Camp auf dem ausgesuchten Feld befinden darf.

DAS SPIEL

Das Ziel des Spieles ist es, am Ende die meisten Statuspunkte gesammelt zu haben. Um solche Statuspunkte zu erhalten, müssen die Spieler unbekannte Landschaften entdecken, Fähigkeiten und Werkzeuge entwickeln sowie Opfer an Heiligen Orten darbringen.

Bist du an der Reihe, so kannst du verschiedene Handlungen vornehmen. Einige davon kannst du nur einmal je Zug ausführen, andere mehrmals. Welche Handlungen du ausführt und in welcher Reihenfolge, bleibt dir überlassen.

Handlungen, die einmal je Zug ausgeführt werden können:
  • eine Aktion ausführen
    • arbeiten, sammeln, fischen, jagen, schlachten oder entdecken
  • ein Landschaftsfeld entwickeln
  • an einem Heiligen Ort ein Opfer darbringen
Handlungen, die mehrmals je Zug ausgeführt werden können:
  • das Camp bewegen
  • Errungenschaften nutzen
  • mit Mitspielern handeln (auch außerhalb des eigenen Zugs möglich)

Im Nachfolgenden werden diese Handlungen etwas genauer unter die Lupe genommen.

Aktionen
In jedem Zug darf genau eine der nachfolgenden  Aktionen ausgeführt werden.

-- Arbeiten: Um an Rohstoffe (Lehm, Stein, Feuerstein, Erz, Holz und Flax) zu kommen, musst du arbeiten gehen. Je nach Landschaftstyp können dabei nur gewisse Rohstoffe gewonnen werden und auch die benötigte Arbeitskraft für die einzelnen Rohstoffe hängt davon ab.

-- Sammeln: Dies ist eine Möglichkeiten um an Nahrung zu kommen. Sammeln ist nur auf gewissen Landschaftstypen möglich und auch die Menge an Nahrung, die du erhältst, hängt davon ab.

-- Fischen: Dies ist eine weitere Möglichkeiten um an Nahrung zu kommen. Fischen ist ebenfalls nur auf gewissen Landschaftstypen möglich und auch die Menge an Nahrung, die die du erhältst, hängt wieder davon ab.

-- Jagen: Um an Wild zu kommen, muss du jagen gehen. Auch die Jagt ist nur auf gewissen Landschaftstypen möglich.

-- Schlachten: Durch das Schlachten von Wild, erhältst du Felle, Geweihe, Sehnen oder auch Nahrung.

-- Entdecken: Indem du Landschaftsfelder entdeckst (aufdeckst), machst du diese für dich und für deine Mitspieler zugänglich. Entdeckst du ein Landschaftsfeld, dass an einen Heiligen Ort grenzt, so hast du zugleich auch diesen entdeckt. Jedes entdeckte Landschaftsfeld bringt dir 1 Statuspunkt, jeder entdeckte Heilige Ort 3 Statuspunkte. HINWEIS: Es dürfen maximal zwei Landschaftsfelder pro Zug entdeckt werden. Wird ein Heiliger Ort entdeckt, so werden alle daran angrenzenden Landschaftsfelder aufgedeckt.


Entwicklung
In jedem Zug kannst du die Errungenschaft eines entdeckten Landschaftsfelds entwickeln und eine deiner Hütten darauf platzieren. Nun steht dir die entsprechende Errungenschaft zur Verfügung.
HINWEIS: Jede Errungenschaften (Landschaftsfeld) kann nur von einem Spieler entwickelt (in Besitz genommen) werden.

Opfer
In jedem Zug hast du die Möglichkeit, ein Opfer an einem entdeckten Heiligen Ort darzubringen, soweit du dort noch kein Opfer dargebracht hast. Dazu muss sich dein Camp auf einem angrenzenden Feld befindet (Heilige Orte werden nie betreten). Du "bezahlst" die entsprechenden Ressourcen des gewünschten Opfers und platzierst dann einen deiner Opfer-Marker auf das entsprechende Segment.
HINWEIS: Wird an einem Heilige Ort das erste Opfer dargebracht, so werden alle Landschaftsfelder dieses Quadranten aufgedeckt. Sobald ein Spieler ein zweites Opfer darbringt, werden alle Landschaftsfelder aufgedeckt.

Camp bewegen
Du kannst dein Camp während deines Zuges so oft und soweit wie du möchtest ziehen. Für jedes Feld, auf das du ziehst, muss du einen gewisse Menge an Nahrung "bezahlen", welche vom Landschaftstyp und der Fortbewegungsart abhängt. Die beiden Fortbewegungsarten sind das Gehen und das Rudern. Das Gehen steht dir dabei jederzeit zur Verfügung, das Rudern hingegen erst dann, wenn du Zugriff auf die Errungenschaft eines Wassergefährts hast.
HINWEIS: Das Camp darf nur über bzw. auf schon entdeckte Landschaftsfelder gezogen werden. Das Camp darf nicht auf einem Landschaftsfeld zustehen kommen, auf dem sich  das Camp eines Mitspielers befindet.

Errungenschaften nutzen
Du kannst während deines Zuges deine eigenen Errungenschaften (Werkzeuge, Fähigkeiten, etc.) jeweils einmal nutzen.

Errungenschaften von Mitspielern nutzen
Du kannst auch Errungenschaften von einem Mitspieler nutzen. Dafür "zahlst" du dem Mitspieler einen Statuspunkt und kannst dann alle seine Errungenschaften in diesem Zug einmal nutzen. Du  kannst auch die Errungenschaften von mehreren Mitspielern nutzen, soweit du sie "bezahlst". Willst du keinen Statuspunkt "zahlen", kannst du auch andere Deals aushandeln.

Handeln
Du kannst jederzeit mit den Mitspielern Tauschhandel treiben. Dabei kann mit Ressourcen, Nahrung und Statuspunkte gehandelt werden. Sogar entwickelte Landschaftsfelder können getauscht werden (einfach die Hütten tauschen).

DAS SPIELENDE

Sobald am Ende einer Runde alle Landschaftsfelder aufgedeckt sind, wird die Schlussphase eingeläutet. Nun werden noch drei Runden gespielt, bevor das Spiel endet und die Endwertung erfolgt.

Bei der Endwertung wird der Gesamtstatus jedes Spielers ermittelt. Dazu zählt jeder Spieler seine gesammelten Statuspunkte, die Statuspunkte seiner entwickelten Landschaftsfelder sowie die Statuspunkte seiner dargebrachten Opfer zusammen. Zusätzlich erhält jeder Spieler noch Bonus-Statuspunkte, welche von der Anzahl seiner dargebrachten Opfer abhängen.

Der Spieler, der den höchsten Status erlangt hat, gewinnt das Spiel.


NORMALE VERSION - FORTGESCHRITTENE VERSION

Bei der normalen Version stehen den Spielern auf ihren Spielertableaus alle sieben Ressourcen-Felder zur Verfügung. Bei der Fortgeschrittenen Version nur fünf Ressourcen Felder.


TAKTISCHE VARIANTEN

Für alle jene Spieler die den Faktor Glück überhaupt nicht mögen, gibt es folgende Varianten:
  • Es werden keine Würfel verwendet. Jeder dargestellte Würfel steht nun für den Wert 1.
  • Alle Landschaftsfelder sind von Beginn an aufgedeckt. BEACHTE: Sie müssen dennoch entdeckt werden! Dafür werden sie mit irgendetwas als unentdeckt markiert. Wird ein Landschaftsfeld entdeckt, wird die Markierung entfernt.
Die Varianten können einzeln aber auch kombiniert gespielt werden.


SPIELANLEITUNG

Wer jetzt die vorläufige englische Spielanleitung zu Epoch - Early Inventors lesen möchte, der findet sie als PDF auf der Kickstarter Projektseite oder unter folgenden Link: Anleitung Epoch - Early Inventors

AUFGEKOMMENE FRAGEN ZU EPOCH - EARLY INVENTORS

Wer Fragen zu den Regeln von Epoch oder zu meiner Rezension hat, der darf gerne Nachfragen. Nutzt dazu einfach die Kommentarfunktion am Ende. Ich werde eure Fragen mit besten Wissen und Gewissen beantworten. :)


Mein Teil über Epoch - Early Inventors


VERPACKUNG UND SPIELMATERIAL

Grundsätzlich sage ich bei einem Prototyp noch nichts über das Spielmaterial, da es ja ein Prototyp ist. Dennoch möchte ich kurz anmerken, dass das Spielmaterial wirklich Top ist und zum Beisiel viele Holzteile beinhaltet. Für das Testen ist das natürlich sehr angenehm.

SPIEL

Ich unterteile diesen Bereich in zwei Teile. Der erste Teil beschreibt kurz unsere ersten Erfahrungen mit Epoch - Early Inventors. Dabei handelte es sich noch um jene Version, welche über eine fixe Rundenanzahl gelaufen ist.
Im zweiten Teil gehe ich dann auf unsere Spielerfahrung und den Spielablauf von Epoch ein - unter Berücksichtigung der aktuellen Version mit dem variablen Ende, welches vom Spielverlauf abhängt.

Teil 1
Als der erste Prototyp von Epoch - Early Inventors bei uns angekommen ist, hat uns das etwas kompliziert wirkende Spielmaterial doch etwas verwirrt. Das erste war also gleich einmal, die Anleitung durchzuarbeiten. Wer jetzt glaubt, dass danach alles klar war, der irrt. Natürlich wussten wir nun, für was die einzelnen Spielmaterialien gut sind und wie das Spiel in Grundzügen abläuft, doch mehr nicht. Auf was es im Spiel selbst ankommt, war uns noch völlig unklar.

Wie heißt es aber so schön: Probieren statt studieren. Also ging es an den ersten Spielaufbau, der dank Spielaufbau-Übersicht einigermaßen problemlos, wenn auch nicht ganz so schnell, vonstattenging. Aller Anfang ist halt schwer und wir wussten nicht so recht, wie wir an das Spiel herangehen sollten. Epoch - Early Inventors bietet in jedem Zug sehr viele Möglichkeiten und die Anleitung war quasi ein weiterer Mitspieler. Unsere erste Partie Epoch dauerte zu zweit etwa 2,5 bis 3 Stunden.

In den folgenden Partien versuchten wir also herauszufinden, welche Strategien/Taktiken zielführend sind. Im Laufe der Zeit wurde dabei die Spielanleitung überflüssig und nur mehr die Rohstoff- und Spielzug-Übersichten wurden benötigt. Mit jeder weiteren Partie lernten wir unserer Züge zu optimieren und somit immer mehr aus einem Zug herauszuholen. Die Spielzeit pendelte sich bei ca. 90 - 100 Minuten für zwei Spieler ein.

Sobald Epoch - Early Inventors spieltechnisch einmal verstanden wurde, entfaltet es sein volles Potential. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Planung und die Strategie im Mittelpunkt.

Teil 2
Zu Spielanfang, gibt es ja noch nicht viele Möglichkeiten. Wenn ich der Startspieler bin, habe ich die Auswahl zwischen den beiden Siedlungsfeldern und zwei zufälligen Landschaftsfeldern. Alle anderen Felder sind ja noch unentdeckt (liegen verdeckt). Bin ich zweiter, dritte oder vierter Spieler, stehen mir eventuell schon mehr Landschaftsfelder zur Verfügung, je nachdem wie viele Felder die Mitspieler vor mir schon entdeckt haben.

Unabhängig davon stehen mit dem ersten Zug schon die ersten Entscheidungen an. Wo beginne ich mit meinem Camp? Beginne ich mit dem Entdecken von Landschaftsfeldern, oder gibt es schon interessante Errungenschaften zu entwickeln?
In den meisten Fällen ist es sinnvoll als Erstes weitere Landschaftsfelder zu entdecken (was auch gleich die ersten Statuspunkte bringt) und somit das "nutzbare" Gebiet zu vergrößern. Falls jedoch schon die eine oder andere interessante Errungenschaft aufgedeckt wurde, kann es auch sinnvoll sein, für die entsprechenden Rohstoffe zu arbeiten und so eine Errungenschaft zu entwickeln.
Zum Beispiel sind der Korb oder das Sähen "kostengünstige" und nützliche Errungenschaften. Sie bringen beim Sammeln mehr Nahrung und im Falle des Korbs können zwei als Ressourcen mehr mitgenommen werden.

gegen Ende einer Partie ...
Die Fragen: Was mache ich?, Wie mache ich es? und Wo mache ich es?, sind die ständigen Begleiter im Spiel.

Im Laufe einer Partie werden immer mehr Landschaftsfelder entdeckt und mehr Errungenschaften entwickelt. Das führt dazu, dass es immer mehr Möglichkeiten gibt, welche berücksichtig werden wollen. Dadurch wird das Spiel im Verlauf einer Partie immer anstrengender, denn die Vielzahl an Möglichkeiten müssen erfasst und die richtigen Entscheidungen getroffen werden, um seine Züge so effizient wie möglich auszuführen. Das ist die Kunst hinter Epoch - Early Inventors.

Gehen wir etwas näher auf die Nahrung und die Ressourcen ein ...

Jeder Mensch braucht zum Leben Nahrung. Bei Epoch ist das nicht anders. Bei vielen Handlungen wird Nahrung benötigt um sie überhaupt ausführen zu können. Die Nahrung kann quasi als Hauptwährung von Epoch gesehen werden. Ob ich nun mein Camp bewege, Aktionen ausführe, oder Errungenschaften entwickle, fast alles "kostet" mich Nahrung. Für das Spiel bedeutet das, dass die Versorgung mit Nahrung ein sehr wichtiger Bestandteil ist um überhaupt Handlungsfähig zu sein.
Zum Glück gibt es ja einige Möglichkeit um an Nahrung zu kommen: Sammeln, Fischen Jagen/Schlachten. Ebenfalls gibt es für alle Möglichkeiten Errungenschaften, die diese erleichtern und somit mehr Nahrung bringen. Eine gute Strategie dabei ist es, sich auf eine Art der Nahrungsgewinnung zu spezialisieren.
Kurz gesagt: Wer nicht auf genügend Nahrung achtet, der wird es bei Epoch - Early Inventors nicht weit bringen!

Ohne Ressourcen keine Entwicklung. Neben der Nahrung sind sie die zweite wichtige Währung bei Epoch. Mit ihnen kann ich Errungenschaften entwickeln und Opfer darbringen. Zusätzlich sind sie bei einigen Handlungen recht hilfreich (zum Beispiel spart mir das Seil einiges an Nahrung, wenn ich mein Camp in die Berge ziehe).

Um an Ressourcen zu kommen gibt es drei Wege. Der erste Weg ist das Arbeiten. So komme ich an die Rohstoffe Lehm, Stein, Feuerstein, Erz, Holz und Flax. Um hier effizient zu arbeiten, muss ich versuchen, die einzelnen Rohstoffe bei jenen Landschaftstypen zu holen, bei denen sie arbeitskraftmäßig am "günstigsten" sind.
Der zweite Weg geht über das Jagen und Schlachten. Hier komme ich an die verarbeiteten Materialien Fell, Geweih und Sehnen. Dabei ist es sinnvoll, in einem Zug so viel Wild wie möglich zu erjagen um dann auch beim Schlachten effizient zu sein und ein Maximum herauszuholen.
Der letzte Weg führt über diverse Errungenschaften, welche es mir erlauben, aus Rohstoffen verarbeitete Gegenstände (Seil, Leder und Bronze) herzustellen. Diese erlauben mir, viele der Errungenschaften günstiger und einige überhaupt erst zu entwickeln.

Den Göttern opfern und das Ende des Spiels einleiten ...

An den vier Ecken des Spielfeldes befinden sich die Heiligen Orte. Diese sind wahre Wunder in Sachen Statuspunkte. Ich erhalte Punkte für die Entdeckung eines Heiligen Orts, ich erhalte Punkte wenn ich ein Opfer dort darbringe und bei der Endwertung gibt es noch Extrapunkte, wenn ich an mehreren Heiligen Orten geopfert habe.
Soweit möglich versuche ich der Erste zu sein, der an einem Heiligen Ort ein Opfer darbringt. So steht mir die komplette Auswahl an Opfern zur Verfügung und ich kann je nach Heiligen Ort das Opfer darbringen, dass für mich am günstigsten ist bzw. mir am meisten Statuspunkt bringt. Haben zum Beispiel schon zwei Mitspieler vor mir dort ein Opfer dargebracht, ist die Auswahl entsprechend geringer, da jedes Opfer nur einmal dargebracht werden kann.
Sollte mein Opfer das erste Opfer an einem Heiligen Ort sein, so werden alle noch unentdeckten Landschaftsfelder dieses Quadranten aufgedeckt. Sollten also noch viele unentdeckte Landschaftsfelder dort vorhanden sein, kann ich diese auch nicht mehr entdeckt und somit Statuspunkte dafür erhalten.
Eine größere Auswirkung hat aber das zweite Opfer das ich darbringe. Denn nun werden alle noch unentdeckten Landschaftsfelder aufgedeckt, was am Ende dieser Runde das Ende der Partie einleitet (nur mehr drei weitere Runden). In diesem Sinne ist es sehr wichtig, immer auf die Mitspieler und ihre "Opferbereitschaft" zu achten.

Bleiben wir bei den Mitspielern ...

Ein Auge auf seine Mitspieler zu haben und zu erraten, was ihre nächsten Schritte sind, ist unumgänglich bei Epoch.  Die beste Strategie bringt nichts, wenn ein Mitspieler dazwischenfunkt.
Je mehr Mitspieler, desto häufiger kommt es vor, dass jemand Landschaftsfelder oder gar einen Heiligen Ort vor mir entdeckt, ein Landschaftsfeld "besetzt" auf das ich ziehen wollte oder eine Errungenschaften entwickelt, welche ich im Blick hatte.
Sobald ich also merke, dass ein Mitspieler etwas vor mir erreichen wird, muss ich meine Strategie anpassen und mich auf ein neues Ziel konzentrieren. Ansonsten verschwende ich höchstwahrscheinlich Handlungen, Nahrung und eventuell Ressourcen.

Noch ein kurzer Blick auf die Varianten von Epoch - Early Inventors ...

Dieser kurze Teil wird in den nächsten Tagen ergänzt!


Über Epoch könnte ich noch vieles schreiben und einiges was ich eigentlich schreiben wollte habe ich bestimmt vergessen. Jedoch ist diese Rezension sowieso schon etwas lang ausgefallen und hoffentlich nicht zu chaotisch ... :D
In diesem Sinne nochmals der Hinweis: Wenn es Fragen zu Epoch - Early Inventors gibt, könnt ihr mich gerne fragen. Einfach die Kommentar Funktion nutzen. Falls ich etwas nicht beantworten kann, wird mir Martyn sicher aushelfen ...

Schlussbemerkung: Meine Freundin und Ich bezeichnen uns nicht als Kenner oder Vielspieler. Dennoch haben wir Epoch gemeistert und spielen es sehr gerne. Unser Spiel ist sicher nicht perfekt, und würden wir gegen einen wirklichen Vielspieler antreten (oder gegen Martyn selbst) wäre das Ergebnis wohl klar. Doch das tut dem Spielspaß keinen Abbruch und jede weitere Partie und jeder gemachte Fehler lässt uns besser werden.

KURZES FAZIT:

Epoch -Early Inventors mag am Anfang etwas kompliziert wirken und auch sein. Aber sobald das Spiel in den Grundzügen verstanden wurde, steht dem Spielspaß nichts mehr im Weg.

Das Spiel bietet in jedem Zug eine Vielzahl an Möglichkeiten. Das Ziel ist es, aus der Fülle dieser Möglichkeiten den optimalen Zug zu planen bzw. auszuführen und so das Maximum herauszuholen.

Durch das modular aufgebaute Spielfeld ist zudem keine Partie gleich und der Spielausgang hängt vom eigenen Geschick, dem Geschick der Mitspieler und etwas vom vorhandenen Glücksfaktor (Würfelergebnisse) ab. Epoch - Early Inventors ist sehr gut ausbalanciert und sorgt so für spannende und im Endergebnis meist knappe Partien. Ein hoher Wiederspielreiz ist daher inklusive.

Epoch - Early Inventors ist in erster Linie ein Spiel für Kenner und Vielspieler. Wir sind jedoch der lebende Beweis, dass Epoch auch für alle anderen geeignet ist, wenn sie etwas Durchhaltevermögen zeigen.


Zweispielermodus  Epoch - Early Inventors

Info: Da ich Spiele oft zu zweit spiele, gibt es bei meinen Rezensionen die Zweispielerbewertung. Je nachdem wie gut das Spiel zu zweit spielbar ist, gibt es folgende Bewertung: spielbar, gut spielbar, sehr gut spielbar.

Ich habe Epoch - Early Inventors zu viert und auch zu dritt getestet. Denn Großteil unserer Testspiele haben meine Freundin und ich aber alleine absolviert. Von daher sind meine Spielerfahrung im Spiel zu zweit am größten.

Das Spiel mit zwei Spielern unterscheidet sich doch von den Spielen mit drei oder vier Spielern. Zu finden sind diese Unterschiede beim Spielablauf bzw. bei der Spielstrategie. Nachfolgend einige Beispiele:

Es werden bei zwei Spielern mehr Züge für das Entdecken der Landschaftsfelder benötigt, was die gespielte Rundenanzahl gegenüber drei oder vier Spielern etwas erhöht.

Da jede Errungenschaften genau zweimal im Spiel entwickelt werden kann, bedeutet das für ein Spiel zu zweit, dass jeder die Möglichkeit hat, jede beliebige Errungenschaft zu entwickeln, soweit die entsprechenden Landschaftskarten entdeckt wurden. Bei drei oder vier Spielern hat diese Chance nicht jeder.
Dieser Unterschied führt dazu, dass wir bei Spielen zu zweit weit weniger die Errungenschaften vom Mitspieler nutzen. Denn bevor ich dem Mitspieler einen Statuspunkt zahle (bzw. etwas anderes aushandle), entwickle ich die Errungenschaften soweit möglich lieber selbst und habe zu Spielende auch noch die entsprechenden Statuspunkte.
Natürlich gibt es gewissen Fällen in denen es dennoch effizienter ist, die Errungenschaften vom Mitspieler zu nutzen.

Stark bemerkbar ist auch der Umstand, dass bei zwei Spielern besser vorgeplant werden kann. Die Chance, dass sich die Zwei in die Quere kommen ist doch geringer, als bei drei oder gar vier Spielern.

Bevor auch dieser Teil meiner Rezension zu lange Ausmaße annimmt, sage ich kurz und bündig: Epoch - Early Inventors macht auch zu zweit gleich viel Spaß und ist gleich spannend wie mit drei oder vier Spielern.

Bewertung Zweispielermodus: >> sehr gut spielbar <<



Zum Abschluss bedanke ich mich recht herzlich bei Martyn F für die Testexemplare von Epoch - Early Inventors und die Möglichkeit, als Tester an der Entwicklung des Spiels teilzuhaben - eine tolle Erfahrung für jeden Spielbegeisterten.

Bis zum nächsten Mal...

Alle Bilder OHNE KENNZEICHNUNG in diesem Artikel mit freundlicher Genehmigung von Kickstarter
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